Die Geschichte "Maien"

Landgasthof Maien, vormals Gasthaus "Zum Maien", ist das jüngste Realgasthaus in Vogelbach, aber zugleich das einzige, das immer noch in Betrieb ist. Das Haus selbst wurde unmittelbar nach dem verheerenden Dorfbrand von 1826 in Vogelbach auf diesem, vorher zum abgebrannten Haus des Webers Friedrich Kiefer gehörendem Grundstück gebaut. Der Erbauer Friedrich Schreck, dessen Haus selbst ein Opfer der Flammen wurde, kaufte das Gebäude vom verarmten Kiefer.

 

Friedrich Schreck war Sohn des wohlhabenden und bekannten Stabhalters Matthias Schreck von Vogelbach und nutzte die vorzügliche Lage des Geländes zum Bau eines neuen Hauses. Seine Frau, eine geborene Asal,  stammte vom Buck. Es war ihm aber nicht lange vergönnt, in seinem neuen Haus zu wohnen, denn bereits zwei Jahre danach verstarb er im Alter von 36 Jahren. Die Tochter Katharina Barbara heiratete in erster Ehe Johann Georg Ritter aus dem Nachbarhaus. Dieser bekam ein Jahr später, nämlich 1835, eine offizielle Schankerlaubnis für  das Wirtshaus "Zum Maien" ausgehändigt und wurde damit der erste Maienwirt in Vogelbach.

 

Umwälzende Neuerungen auf Behördenebene waren zu dieser Zeit in Kraft getreten. So wurde neben einer neuen Gemeindeordnung im Jahre 1832 auch eine neue Wirtschaftsordnung am 16. Oktober 1834 in Baden eingeführt. Da in dem Dorf Vogelbach in den Jahren nach dem großflächigen Brand eine rege Bautätigkeit, vor allem auf den das Dorf umkränzenden Bergkuppen einsetzte, nahm die Bevölkerung nun stetig zu. Auch eine Schule war in der Zwischenzeit gebaut worden. Dies rechtfertigte die Inbetriebnahme einer dritten Wirtschaft im Dorf, worüber man sich einig war. 

 

Ritter starb jung im Jahre 1850, und die Witwe musste sich einen zweiten Mann suchen, der den Wirtschaftsbetrieb weiter führte. Der über 12 Jahre jüngere Johann Martin Asal vom Buck war der Auserwählte und beide bekamen zwei Kinder. Der Sohn heiratete nach Endenburg, dessen Tochter wurde später die Frau des Wesereiwirts Kramer in Kandern. Die Tochter Anna Maria heiratete 1874 in erster Ehe Phillipp Oßwald, der aber nur ein halbes Jahr als Maienwirt wirken konnte, da er rasch an einer von der Militärzeit herrührenden Schwindsucht starb. Die Witwe hatte eine schwere Zeit auf dem "Maien", die sie nur durch ihre bodenständige robuste Art, gepaart mit viel Gutmütigkeit und Mutterwitz, überstand. Der zweite Mann Johann Eichin aus Endenburg war ihr als neuer Maienwirt dann eine große Stütze, bis Ernst Phillip Oßwald, einziger Sohn aus erster Ehe, kurz vor der Jahrhundertwende den "Maien" in Vogelbach übernahm. Im Jahre 1925 ist der Dachstuhl des Gebäudes abgebrannt.

 

Mit Fritz Oßwald und seinem Sohn Hans Werner setzte die Familie die Tradition des Hauses fort. Nachdem das Gasthaus von 1967 bis 2015 an verschiedene Pächter vergeben war, haben wir nun die Leitung des weithin bekannten Gasthauses übernommen.

 

Wir freuen uns sehr.

 


Quellen:
GLA Karlsruhe Abt. 229/107746-107748
Kirchenbücher der Vogtei Vogelbach 1574 ff.
GA Malsburg-Marzell, Lagerbuch Band 1818-1831
Fautz, Michael, Gastlichkeit im Kleinen Wiesental (in: Das Markgräflerland Bd, 2/1998)
Freundliche Mitteilungen von Frau Hildegard Rißmann und Archiv Fred Wehrle, Kandern

 

Hier finden Sie uns

Landgasthof Maien

Vogelbach 21

79429 Malsburg-Marzell 

Kontakt

Wir freuen uns über Ihren Anruf: 

Tel. 07​626 - 211 52 42 

Fax: 07626- 299682

oder info@landgasthof-maien.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Landgasthof Maien ☎ 07626 - 2115242 ✉ info@landgasthof-maien.de